Kampf der Machtblöcke um Einfluss in Entwicklungsländern

Kampf der Machtblöcke um Einfluss in Entwicklungsländern
Kontrollposten der PAIGC in Guinea-Bissau nach der Erklärung der Unabhängigkeit im Jahre 1974. By User:João Carvalho (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1975:

Weit schlimmer wirkt sich die Weltwirtschaftskrise allerdings in den Ländern der Dritten Welt aus. In den Industrieländern wächst zwar das Bewusstsein dafür, dass hier Unterstützung notwendig ist, die Motive für die Gewährung zusätzlicher Entwicklungshilfe sind jedoch nicht uneigennützig. Die reichen Länder suchen vielmehr politische Verbündete unter den armen Staaten, ebenso wie sie hoffen, in diesen Ländern neue Märkte für ihre Exportgüter erschließen zu können.

Wie stark das Interesse der beiden Machtblöcke ist, Entwicklungsländer politisch an sich zu binden, wird 1975 am Beispiel Angolas deutlich. Dort bekämpfen sich schon vor der offiziellen Entlassung in die Unabhängigkeit durch die Kolonialmacht Portugal am 11. November eine marxistisch orientierte und zwei dem Westen zugeneigte Befreiungsbewegungen. Beide Seiten werden aus Ost und West nicht nur mit Rüstungsgütern beliefert, sondern auch durch den Einsatz von Truppen unterstützt. Die linksgerichteten Kräfte behalten schließlich die Oberhand.

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