Aufbau der Demokratie in Südwesteuropa: Spanien und Portugal wandeln sich

Politik und Gesellschaft 1976:

1976 vollziehen sich auf verschiedenen Kontinenten politische Umbrüche. In Europa breitet sich die Demokratie weiter aus. Gegen den Widerstand starker reaktionärer Gruppen und begleitet von sozialen Spannungen beginnt in Spanien die Abkehr von der Diktatur und der Aufbau einer parlamentarisch-demokratischen Staatsform. Eine treibende Kraft in diesem Prozess ist König Juan Carlos, der noch unter dem 1975 verstorbenen Diktator Franco den Thron bestiegen hatte. Im Nachbarstaat Portugal wählt die Bevölkerung zwei Jahre nach dem Sturz der rechtsgerichtetenDiktatur erstmals seit über 50 Jahren wieder ein freies Parlament. Der sozialistische Wahlsieger Mario Soares verspricht, die politischen Wirren zu beenden und das Land auf einen gemäßigten Kurs zu bringen.

Nach dem Ende der Militärdiktatur in Griechenland vor zwei Jahren herrschen so in Europa – mit Ausnahme der Ostblockstaaten – freiheitlich-demokratische Verhältnisse.