Fritz Wotruba setzt Maßstäbe für Sakralbau

Architektur 1976:

Am 24. Oktober 1976 wird am Sankt Georgenberg in Wien-Mauer die Kirche »Zur Heiligsten Dreifaltigkeit« eingeweiht, deren Gestaltung Laien wie Architekturkritiker gleichermaßen in Bann schlägt. Das Hauptwerk des Wiener Bildhauers und Architekten Fritz Wotruba wird als ein Markstein in der Geschichte des modernen Sakralbaus gewertet.

Der Grundriss ist, im Widerspruch zur gängigen Tradition der abendländischen Baukunst, vom Prinzip der Asymmetrie bestimmt. 152 verschieden große Betonblöcke bilden in scheinbar beliebiger Anordnung die tragenden Elemente des Baus. Wotruba wollte diese Konstruktion als ein Sinnbild für die kirchliche Gemeinschaft verstanden wissen. Aus zunächst widerstrebenden Formen und Elementen entsteht eine höhere Harmonie. Nach anfänglicher Ablehnung erkennen auch viele konservative Kritiker die innovative Kraft dieses Sakralbaus an.