Studium bald ohne Numerus clausus?

Bildung 1976:

Sprunghaft gestiegene Studentenzahlen führten dazu, dass 1972 der Zugang zu den meisten Studienfächern durch den sog. Numerus clausus (NC) beschränkt wurde. Alle Studienplätze werden seitdem von der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) in Dortmund nach einem bestimmten Schlüssel, in den u.a. die Abiturnote, die Wartezeit und soziale Faktoren eingehen, vergeben. Besonders begehrte Fächer wie Humanmedizin, Pharmazie oder Psychologie unterliegen dabei den strengsten Beschränkungen.

Die Forderung nach Abschaffung bzw. drastischer Eindämmung der NC-Praxis wird indes immer lauter. Nicht nur Studentenvertreter und linksorientierte Professoren, sondern auch führende Politiker von SPD und FDP halten es für möglich, dass in fast allen Fächern sämtliche Bewerber aufgenommen werden können, ohne dass der Universitätsbetrieb allzu stark darunter zu leiden hätte. Bessere Kapazitätsausnutzung würde eine Zulassungsbeschränkung selbst im Fach Medizin weitgehend überflüssig machen. Der Numerus clausus ist 1976 ein wichtiges Wahlkampfthema.