CERN bei Genf erhält neues Synchrotron

Wissenschaft und Technik 1977:

7. 1., Genf. Die Europäische Organisation für Kernforschung CERN nimmt das 400-GeV-Superprotonensynchrotron (SPS) in Meyrin bei Genf in Betrieb. Die in fünf Jahren Bauzeit für rund 1,4 Mrd. DM errichtete Anlage ist der leistungsstärkste Teilchenbeschleuniger der Welt. Das Herzstück des SPS bildet der 2,2 km lange Tunnel, in dem Protonen 150000-mal durch eine evakuierte Ringröhre gezogen werden. Der Beschleuniger verfügt über Sextupolmagneten, die eine exakte Steuerung des Hauptmagnetsystems ermöglichen. Auf diese Weise können die geladenen Teilchen auf der Kreisbahn in einem konstanten Radius gehalten werden. An mehreren Stellen der Umlaufbahn beschleunigen Hochfrequenzstrecken die Protonen. Dabei legen diese in nur 8,4 sec eine Strecke von mehr als 1 Mio. km zurück. Von der Anlage erwartet man neue Erkenntnisse über Struktur und Wechselwirkung der Elementarteilchen.