„Deutscher Herbst“ im Zeichen des Terrorismus: Schleyer-Mord, Entführung von Mogadischu und Selbstmorde in Stammheim

„Deutscher Herbst“ im Zeichen des Terrorismus: Schleyer-Mord, Entführung von Mogadischu und Selbstmorde in Stammheim
Die „Landshut“ im Jahr 1975. Ken Fielding/http://www.flickr.com/photos/kenfielding [CC BY-SA 3.0 or CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1977:

Der politische Terror, der seit Beginn der 70er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland wütet, eskaliert im »Deutschen Herbst« mit der Entführung und Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer. Bereits in den Monaten zuvor sind Generalbundesanwalt Siegfried Buback und der Bankier Jürgen Ponto Mordanschlägen der sog. Roten-Armee-Fraktion zum Opfer gefallen.

Die Route der Landshut. By Devilm25 [GFDL or CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

Die Route der Landshut. By Devilm25 [GFDL or CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

Mitte Oktober spitzt sich die Lage dramatisch zu, als ein arabisches Terrorkommando eine voll besetzte Lufthansa-Maschine entführt. Der Forderung nach Freilassung inhaftierter Terroristen soll damit Nachdruck verliehen werden. Nach Tagen quälender Ungewissheit gelingt der Anti-Terror-Einheit »GSG 9« in der somalischen Hauptstadt Mogadischu in einer generalstabsmäßig vorbereiteten Aktion die Befreiung der Geiseln. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Befreiung erschießen die RAF-Terroristen den in ihrer Hand befindlichen Schleyer. Die zu lebenslanger Haft verurteilten Terroristen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe, deren Freilassung erpresst werden sollte, begehen im Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses in Stuttgart-Stammheim Selbstmord.