Steigende Produktionszahlen

Auto und Verkehr 1977:

Die Automobilindustrie hat die durch die Ölkrise von 1973 ausgelöste Absatzkrise endgültig überwunden. Besonders großen Erfolg haben die bundesdeutschen Autobauer, die mit mehr als vier Millionen produzierter Kraftfahrzeuge 1977 ein Rekordergebnis erzielen. Gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 1971 ist dies eine Steigerung von immerhin 7,5%.

Marktführer in der Bundesrepublik ist weiterhin die Volkswagen AG. Vor allem durch den großen Erfolg des »Golf«, der nun auch in einer Diesel-Version zu haben ist, gelingt es dem Wolfsburger Konzern, seinen Marktanteil auf rund 30% zu steigern. Allerdings holen die Konkurrenten Opel und Ford in der zweiten Hälfte des Jahres 1977 auf: Die neuen Modelle der »Rekord«-Baureihe bzw. der »Granada« werden zu den beliebtesten Fahrzeugen ihrer Klasse.

Ausländische Hersteller dagegen haben zunehmend Probleme, ihre Erzeugnisse auf dem deutschen Markt abzusetzen. Betroffen sind insbesondere die französische und die italienische Automobilindustrie, die 1977 über nur wenige konkurrenzfähige Modelle verfügen. Japan hingegen – nach den USA und vor der Bundesrepublik größter Autoproduzent – verzeichnet eine steigende Nachfrage. Der Anteil der Autos aus Fernost auf dem deutschen Markt beträgt 1977 bereits 2,4% (1976: 1,8%).

Weltweit sind die Ingenieure in den Entwicklungsabteilungen der Automobilkonzerne bemüht, sparsame Fahrzeuge zu entwickeln. Dieses Ziel wird vor allem durch Maßnahmen wie Gewichtsreduzierung durch Einsatz von Leichtmetall oder Kunststoff sowie durch die Verringerung des Luftwiderstandes erreicht. Dabei erzielen deutsche Hersteller große Erfolge. So weist der neue Opel »Rekord« gegenüber dem vorangegangenen Modell einen um rund 10% geringeren Luftwiderstand auf.

Nicht eben sparsam ist das Auto, das 1977 international das meiste Aufsehen erregt. Porsche stellt mit dem »928« einen Traumwagen vor, der über eine unverwechselbare Formgebung verfügt und von den Ingenieuren in Stuttgart-Zuffenhausen mit einer ungewöhnlich aufwendigen Technik ausgestattet wurde. Besonders spektakulär sind der wassergekühlte Achtzylinder-V-Motor aus Leichtmetall sowie die sog. Weissach-Achse, die durch untere diagonal- und obere Querlenker eine besonders sichere Fahrweise ermöglicht. Sie kompensiert die beim plötzlichen Tempowechsel in Kurven auftretende Vorspurverminderung und verhindert auf diese Weise das gefürchtete Ausbrechen des Hecks.