Verbessertes Klima zwischen Ägypten und Israel

Politik und Gesellschaft 1977:

Anlass zur Hoffnung gibt – neben der raschen Stabilisierung demokratischer Verhältnisse im Spanien der Nach-Franco-Ära – die Entwicklung im Nahen Osten. Der ägyptische Präsident Muhammad Anwar Al Sadat erklärt überraschend seine Bereitschaft zu Friedensverhandlungen mit dem langjährigen Kriegsgegner Israel. Um die Versöhnung zwischen den beiden Staaten einzuleiten, unternimmt er im November 1977 als erster arabischer Staatschef eine Reise in den jüdischen Staat. Die Verbündeten Ägyptens sehen in der Initiative Sadats allerdings einen Verrat an der arabischen Sache und brechen die diplomatischen Beziehungen zur Regierung in Kairo ab.

Immer stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken die wachsende Kluft zwischen armen und reichen Staaten und die damit verbundenen Gefahren für den Weltfrieden. Im Zeichen eines zunehmenden Problembewusstseins nimmt im Dezember 1977 die Nord-Süd-Kommission unter Leitung des SPD-Vorsitzenden Willy Brandt die Arbeit auf. Vertreter aus Industriestaaten und Ländern der »Dritten Welt« bemühen sich um Vorschläge zur Überwindung des Wohlstandsgefälles zwischen Nord und Süd.