Harrisburg und Gorleben: Atomenergie im Kreuzfeuer der Öffentlichkeit

Harrisburg und Gorleben: Atomenergie im Kreuzfeuer der Öffentlichkeit
Kernkraftwerk von Three Mile Island, in dem es 1979 zur Kernschmelze kam. Etwa 10 km südöstlich von Harrisburg, USA. By United States Department of Energy [Public domain], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1979:

Der Beinahe-GAU von Harrisburg (USA) am 28. März führt der Öffentlichkeit erstmals die Gefahren der Kernenergie vor Augen. Schlagartig wird deutlich, dass der Mensch – so wie Goethes »Zauberlehrling« – zwar in der Lage gewesen ist, die Kräfte des Atoms zu entfachen, sie aber nicht für alle Zeiten bändigen kann. Der Streit um die Wiederaufbereitungsanlage in Gorleben, die im Mai vom niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht nach heftigen Bürgerprotesten gestoppt wird, zeigt, wie sorglos die deutsche Politik bis dahin mit der Entsorgung atomaren Mülls umgegangen ist. Zugleich machen die Bürgerinnen und Bürger darauf aufmerksam, dass sie nicht mehr bereit sind, dieses Vorgehen zu akzeptieren. Sie gehen zu Tausenden auf die Straße, demonstrieren gegen Atomkraft und für eine Verbesserung des Umweltschutzes.

Die Politik in den westlichen Industriestaaten orientiert sich jedoch weiterhin an wirtschaftlichem Wachstum und technischem Fortschritt.