Chancengleichheit oder Niveauverlust

Bildung 1980:

Zu den umstrittensten bildungspolitischen Themen gehört nach wie vor die Gesamtschule. Dieses Konzept hebt die traditionelle Dreiteilung in Hauptschule, Realschule und Gymnasium auf: Alle Kinder werden in einer gemeinsamen Schule unterrichtet, aber je nach Wissensstand und Leistungsgrad unterschiedlichen Gruppen zugeordnet. Ziel der Gesamtschule ist es, eine weitestgehende Chancengleichheit der Schüler zu ermöglichen, weil intensiver auf Fähigkeiten und Schwierigkeiten jedes Einzelnen eingegangen wird und weil die Entscheidung für einen bestimmten Schulabschluss hinausgeschoben bzw. immer wieder korrigiert werden kann.

Kritiker bemängeln jedoch, die Chancengleichheit führe zu Niveauverlust und »Gleichmacherei«; besondere Begabungen wie auch außergewöhnliche Leistungen würden nicht mehr gefördert. In einigen SPD-regierten Bundesländern ist die Gesamtschule zur Regelschule erklärt worden, also zu einem gleichrangigen Bildungsangebot neben den traditionellen Schularten.