Kanzler Schmidt behauptet sich gegen Herausforderer Strauß

Kanzler Schmidt behauptet sich gegen Herausforderer Strauß
Bundeskanzler Schmidt, Vize-Kanzler Genscher, Walter Scheel und Willy Brandt auf der Wahlparty im Bundeskanzleramt. Bundesarchiv, B 145 Bild-F059126-0031 / Wienke, Ulrich / CC-BY-SA [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1980:

Das dominierende deutsche Thema 1980 ist die Bundestagswahl, bei der CSU-Chef Franz Josef Strauß als Herausforderer gegen Schmidt antritt. Aus dieser Konstellation ergibt sich eine erbitterte Kontroverse, in der kaum noch Sachfragen, dafür aber umso mehr die Persönlichkeiten der Kontrahenten zum Thema werden. Von der »Schlammschlacht« profitiert letztlich die FDP, die schon vor der Abstimmung ihre Absicht bekräftigte, die Koalition mit den Sozialdemokraten fortzusetzen. Dennoch gibt es bei der Verabschiedung des neuen Regierungsprogramms beträchtliche Schwierigkeiten. Das Ende der Koalition – 1982 – deutet sich bereits an.

In wirtschaftlicher Hinsicht steht den Westdeutschen eine Wende wesentlich früher ins Haus. Am Ende des Jahres ist deutlich spürbar, dass die Bundesbürger von der weltweiten Rezession nicht verschont bleiben werden. Für die kommenden Jahre ist ein drastischer Anstieg der Arbeitslosigkeit prognostiziert. Angesichts der immer höheren Staatsverschuldung sind kostenintensive Gegenmaßnahmen der Regierung kaum zu erwarten. Die sonst so stabile Mark zeigt deutliche Schwächen, weil die Deutschen im Ausland weit mehr ausgeben, als durch Touristen ins eigene Land zurückfließt. Der Außenhandelsüberschuss ist – nicht zuletzt infolge der immer stärker werdenden Konkurrenz aus Japan – stark zusammengeschrumpft.