Innovationen in der Mittelklasse

Auto und Verkehr 1982:

In der von Benzinpreiserhöhungen und weltweiter Wirtschaftsrezession ausgelösten Krise der Automobilindustrie geht es den westdeutschen Herstellern vergleichsweise gut: Während weltweit die Autoproduktion 1982 um 2,7% zurückgeht, können sie ein Plus von 3,4% verzeichnen. Mit der Herstellung von 4,14 Mio. Kraftfahrzeugen kann die Bundesrepublik Deutschland 1982 ihre Spitzenstellung in Europa behaupten und nähert sich wieder dem Rekordjahr 1979 (4,25 Mio. Kfz).

Damit können die Westdeutschen sogar den Japanern Paroli bieten, die in den 70er Jahren auf den europäischen und US-amerikanischen Markt drängten und bei der Produktion ihrer vergleichsweise billigen Autos zeitweilig zweistellige Zuwachsraten erzielen konnten. 1982 müssen sie nun einen Rückgang von 1,5% hinnehmen.

Die Deutschen profitieren vor allem vom Export: 57,2% der hier produzierten Kraftfahrzeuge werden ins Ausland verkauft (1981: 55,3%). Im Inland geht die Zahl der neuzugelassenen Kraftfahrzeuge (2,578 Mio.) dagegen im Vergleich zum Vorjahr um 6,7% zurück. Demgegenüber gibt es auf dem Gebrauchtwagenmarkt mit 5,585 Mio. Besitzumschreibungen einen neuen Höchststand. Dass die Finanzierung eines Neuwagens angesichts eines Preisanstiegs von 6% in diesem Bereich im Jahr 1982 vielen Bundesbürgern schwerfällt, zeigt die 20-prozentige Zuwachsrate im privaten Leasinggeschäft.

Besonderen Wert legen die Käufer von Neuwagen auf sparsame Modelle, ein Wunsch, dem fast alle Automobilhersteller nachzukommen versuchen. Nicht nur bei den Kleinwagen, sondern auch im Mittelklassebereich ist durch die Entwicklung sparsamer Motoren und windschlüpfriger Karosserien eine deutliche Senkung des Kraftstoffverbrauchs erzielt worden. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich dieselbetriebene Fahrzeuge. Ihr Anteil an den Neuzulassungen bei Pkw ist seit 1970 von 2,5% auf rund 13% angestiegen.