>Kriegsschauplätze Falkland-Inseln und Libanon – viele Konfliktherde beruhigen sich nicht

>Kriegsschauplätze Falkland-Inseln und Libanon – viele Konfliktherde beruhigen sich nicht
Falklandkrieg: Von argentinischen Soldaten nach der Kapitulation abgegebene Waffen in Port Stanley. By Kenneth Ian Griffiths (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1982:

Während die Anhänger der Friedensbewegung ihre Ängste vor einem weiteren Wettrüsten und einem möglichen Atomkrieg mit unabsehbaren Folgen für die gesamte Menschheit formulieren, ist in vielen Ländern der Welt der Krieg grausame Realität: Als argentinische Truppen am 2. April die zu Großbritannien gehörenden Falkland-Inseln im Südatlantik besetzen, lässt London seine Kriegsflotte auslaufen. In sechswöchigen Kämpfen, bei denen etwa 1000 Menschen ums Leben kommen, erobern britische Soldaten die Inselgruppe zurück. – Im Nahen Osten marschieren vom 6. Juni an israelische Truppen im Libanon ein, besetzen den gesamten Südteil des Landes und erzwingen schließlich mit einer wochenlangen Hungerblockade von Westbeirut den Abzug von 11 000 PLO-Kämpfern. Wenig später richten christliche Milizen unter den zurückgebliebenen Frauen, Kindern und Greisen in zwei palästinensischen Flüchtlingslagern in Beirut ein Massaker an, dem vermutlich über 1000 Menschen zum Opfer fallen. Die Israelis geraten in den Verdacht, die Gräueltaten zugelassen und nicht eingegriffen zu haben, obgleich das Geschehen sich in Sichtweite abspielte. – Im Golfkrieg können die Iraner die 1980 in ihr Land eingedrungenen irakischen Angreifer zurückschlagen, der zermürbende Stellungskrieg setzt sich jedoch fort. – Ebenso bleibt in Afghanistan, wo seit dem Einmarsch sowjetischer Truppen Ende 1979 die Sowjets und moslemische Rebellengruppen sich erbitterte Kämpfe liefern, alles beim Alten. Daran ändert auch der Machtwechsel in Moskau nichts: Nach dem Tod des Staats- und Parteichefs Leonid Breschnew am 10. November übernimmt Juri Andropow die Parteiführung. Er konzentriert sich zunächst auf die innenpolitische und wirtschaftliche Lage seines Landes. – Keine Hoffnung auf Frieden haben auch die Menschen in mehreren mittelamerikanischen Staaten, die durch anhaltende Bürgerkriege in immer größerem sozialem Elend versinken.

Brisant bleibt die Lage in Polen, wo im Dezember 1981 die Demokratisierungsbemühungen durch die Verhängung des Kriegsrechts jäh unterbrochen wurden. Dieser Zustand führt zu Auseinandersetzungen innerhalb des westlichen Bündnisses. Die USA versuchen, ihre harte Sanktionslinie gegenüber der Sowjetunion und Polen durchzusetzen; die Europäer wollen dagegen einen gemäßigteren Kurs. Der Konflikt zeigt sich am Erdgasröhrengeschäft, das mehrere westeuropäische Staaten mit der Sowjetunion geschlossen haben: Die USA versuchen, durch Sanktionen den Handel zu torpedieren, müssen ihren Widerstand aber aufgeben, nachdem die Europäer keine Bereitschaft zum Einlenken gezeigt haben.