Schwarz-gelbe Koalition bestätigt – Grüne erstmals im Bonner Parlament

Schwarz-gelbe Koalition bestätigt – Grüne erstmals im Bonner Parlament
Pressekonferenz der "Grünen" zum Ausgang der Bundestagswahl vom 6.3.1983- im Saal der Bundespressekonferenz.

Politik und Gesellschaft 1983:

Sucht man das Jahr 1983 mit wenigen Worten zu beschreiben, drängen sich vor allem die Begriffe »Nachrüstung« und »Abrüstung« auf. Ihre Gegensätzlichkeit formt den Charakter des Jahres, das zu gleichen Teilen von der sich weiterdrehenden Rüstungsspirale und dem Erstarken der Friedensbewegung bestimmt wird. 1983 ist das Jahr der Friedensdemonstrationen und des »heißen Herbstes«.

Mit heftigen Auseinandersetzungen also sieht sich der neue Bundeskanzler Helmut Kohl konfrontiert. Er war 1982 angetreten, die »geistig-moralische« Wende zu vollziehen, nachdem die langjährige sozialliberale Regierungskoalition unter Bundeskanzler Helmut Schmidt zerbrochen war. Im März werden Kohl und sein konservativer Kurs durch die Bundestagswahl vom Volk bestätigt.

Neben dieser klaren Entscheidung für die Wende zeichnet sich noch ein anderer Umschwung ab. Mit dem Einzug der Grünen ins Parlament manifestiert sich der Wunsch vieler Wähler nach einer Alternative zu den etablierten Parteien. Damit schafft sich die ökologische Bewegung erstmals auf bundespolitischer Ebene ein Sprachrohr. Die großen Parteien sehen sich durch den Erfolg der Grünen gezwungen, den Umweltschutz ebenfalls zum Thema zu machen, um keine Wähler zu verlieren.

Der Trend zum Konservativismus und die Bürgerprotestbewegungen sind aber keine auf die Bundesrepublik beschränkten Einzelphänomene: Kräftige konservative Linien zeichnen auch die US-Regierung unter Ronald Reagan und die britische Regierung der »Eisernen Lady« Margaret Thatcher, die 1983 wiedergewählt wird.