Starke Friedensbewegung kann Stationierung von US-Raketen in Europa nicht verhindern

Starke Friedensbewegung kann Stationierung von US-Raketen in Europa nicht verhindern
US-Invasion in Grenada: Ein abgeschosser US-Marine-Corps Hubschrauber (Transport-Geschwader), am 25. Oktober 1983 während der Operation Urgent Fury auf Grenada. von SPEC. Long (source) [Public domain], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1983:

Andererseits erhält die Friedensbewegung, die in den USA schon seit längerem für einen Rüstungsstopp plädiert, auch in Europa regen Zulauf. So wird das Jahr von einer Abrüstungsdebatte geprägt, an der sich, vor allem in der Bundesrepublik, neben Politikern auch Intellektuelle, die Kirchen und große Teile der Bevölkerung beteiligen. Den Höhepunkt der von der Friedensbewegung veranstalteten Sternmärsche, Kundgebungen, Diskussionen, Konzerte, Lesungen etc. bildet die bundesweite Großdemonstration am 22. Oktober mit weit über einer Million Teilnehmern.

US-Invasion in Grenada: Ein abgeschosser US-Marine-Corps Hubschrauber (Transport-Geschwader), am 25. Oktober 1983 während der Operation Urgent Fury auf Grenada. von SPEC. Long (source) [Public domain], via Wikimedia Commons

US-Invasion in Grenada: Ein abgeschosser US-Marine-Corps Hubschrauber (Transport-Geschwader), am 25. Oktober 1983 während der Operation Urgent Fury auf Grenada. von SPEC. Long (source) [Public domain], via Wikimedia Commons

Nach langem Zögern kommt es im Herbst zu der Entscheidung des Jahres: Die NATO-Länder stimmen nach gescheiterten Abrüstungsverhandlungen in Genf und Wien geschlossen für die Stationierung von neuen US-Mittelstreckenraketen auf europäischem Boden. Eine Verschärfung des Kalten Krieges droht. Denn neben der Stationierungsdebatte verschlechtern weitere Konflikte das Ost-West-Verhältnis: Der Afghanistankrieg geht ins vierte Jahr, der Golfkrieg ins dritte, die USA besetzen Grenada, und die Sowjetunion schießt einen südkoreanischen Jumbojet ab.