Internationale Entwicklung gibt wenig Anlass zur Hoffnung

Politik und Gesellschaft 1984:

Wenig Optimismus begleitet auch die Entwicklung in den übrigen Teilen der Erde: Kriegsrecht in Polen, Kampf gegen sowjetische Besatzer in Afghanistan, gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Christen und Moslems im Libanon und der schon auf Kosten hunderttausender Opfer geführte Krieg zwischen dem Irak und dem Iran charakterisieren eine von internationalen und nationalen Spannungen geprägte Weltsituation.

Die Furcht vor sozialistischen Einflüssen unmittelbar vor ihrer Haustür bestimmt auch die Lateinamerikapolitik der Regierung Ronald Reagans. Die Demokratisierungsversuche in den jahrzehntelang von Militärdiktatoren und Familienclans beherrschten »Bananenrepubliken« wie El Salvador, Honduras oder Kolumbien vollziehen sich unter dem wachsamen Auge des US-amerikanischen Geheimdienstes CIA – einer linksgerichteten Regierung wie der in Nicaragua wird ein Überleben dabei schwergemacht. Viele Millionen Dollar lässt es sich Washington kosten, die antisandinistischen Contras in ihrem Guerillakampf gegen die nicaraguanische Volksregierung zu unterstützen.