Streit um Schulsysteme:

Bildung 1984:

Die Gesamtschule gehört zu den umstrittensten Ergebnissen der Bildungsreform. Die Aufhebung der traditionellen Dreiteilung in Haupt-, Realschule und Gymnasium, von den sozialdemokratisch regierten Ländern forciert, stieß von Beginn an auf Widerstand bei der CDU. Sie bemängelt Niveauverlust – nach ihrer Meinung eine zwangsläufige Folge der Chancengleichheit, die deshalb nicht unbedingt erstrebenswert sei.

Heftige Diskussionen gibt es auch um die von sozialdemokratischen Bildungspolitikern empfohlene Förderstufe und die Oberstufenreform an Gymnasien. Hessens Kultusminister muss sich von der CDU-Opposition im Landtag als »Friedensstörer« beschimpfen lassen, als er sich für die obligatorische Einführung der Förderstufe ausspricht. In dieser bereits erprobten Orientierungsstufe für die 5. und 6. Schuljahre soll eine Entscheidung über den weiterführenden Schultyp gefällt werden. Die CDU sieht darin eine »Verletzung der Individualität der Kinder«, der einen »Privatschul-Boom« auslöse. In der reformierten Oberstufe, wo die Schüler innerhalb eines Kurssystems selbst ihre Lern-Schwerpunkte setzen können, sehen CDU-Politiker einen Verlust für die Qualität der Allgemeinbildung und fordern die Wiedereinführung von Klassenverbänden.