Großmächte verpflichten sich zur Vernichtung von Mittelstreckenwaffen

Großmächte verpflichten sich zur Vernichtung von Mittelstreckenwaffen
8. Dezember 1987, Weißes Haus: Michail Gorbatschow (links) und Ronald Reagan (rechts) unterzeichnen den INF-Vertrag. Wird auch als Washingtoner Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme bezeichnet. Vernichtung aller Flugkörper mit mittlerer und kürzerer Reichweite (500 bis 5500 Kilometer). By White House Photographic Office [Public domain], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1987:

Das Ausland steht dem Reformprozess abwartend gegenüber. Nach Jahrzehnten des Kalten Kriegs fällt es vielen westlichen Politikern schwer, an eine echte Demokratisierung der UdSSR zu glauben. Denn noch scheint es fraglich, ob die von Gorbatschow auch in der Außenpolitik angekündigten Veränderungen realisiert werden. Noch immer ist Afghanistan von sowjetischen Truppen besetzt, und auch die Rolle Moskaus im Nahostkonflikt bleibt undurchsichtig. Insbesondere in den vom konservativen Präsidenten Ronald Reagan geführten USA herrscht Skepsis. Dennoch kommt es Ende 1987 zu einer Wende im Verhältnis zwischen den Supermächten. Im Rahmen eines Gipfeltreffens unterzeichnen Gorbatschow und Reagan ein Abkommen über die vollständige Vernichtung aller atomaren Mittelstreckenwaffen. Während es bislang nur Rüstungskontrollverträge gegeben hatte, ist dies das erste Abrüstungsabkommen, das diesen Namen verdient.