Kohl bleibt trotz erheblicher Verluste an der Macht

Politik und Gesellschaft 1987:

Die Wahl zum 11. Deutschen Bundestag im Januar 1987 birgt dagegen keine Sensationen. Allerdings müssen CDU und CSU erhebliche Verluste hinnehmen. Auch die von Kanzlerkandidat Johannes Rau geführte Oppositionspartei SPD verliert Stimmen, nicht zuletzt aufgrund innerparteilicher Querelen, in deren Folge Willy Brandt im März seinen Rücktritt vom Amt des Parteivorsitzenden erklärt. Sein Nachfolger wird im Juni Hans-Jochen Vogel. Gewinner sind die kleinen Parteien; sowohl FDP als auch Grüne können deutlich zulegen. An den Machtverhältnissen in Bonn ändert das Wahlergebnis nichts. Die von Bundeskanzler Kohl geführte christlich-liberale Koalition kann ihre Arbeit fortsetzen. Wichtigste Ziele für die kommende Legislaturperiode sind u. a. Maßnahmen zur Eindämmung der explosionsartig steigenden Kosten im Gesundheitswesen sowie eine Steuerreform, die – so Kohl – »mehr Steuergerechtigkeit« schaffen soll. Die Opposition dagegen bezeichnet die Pläne der Regierung als Geschenk an die Besserverdienenden und geißelt sie als sozial unausgewogen.