Citroën XM: Pkw des Jahres

Auto und Verkehr 1990:

Die Automobilproduktion 1990 steigt im Vergleich zum Vorjahr weltweit nur noch um 0,5% an. Dabei machen die Großen der Branche Gewinne und Verluste nahezu unter sich aus. So büßen General Motors und Ford 5,8 bzw. 9,5% in der Produktion ein, können aber ihre führende Position auf dem Markt weiter behaupten. Der der Weltrangliste, der japanische Hersteller Toyota, verkürzt den Abstand mit einer Produktionszunahme von 11,3%. Die VW-Gruppe, in der Produktionsskala, legt um 3,3% zu. Nissan (Japan) und Fiat (Italien) folgen auf den Plätzen fünf und sechs.

Der deutsche Automobilmarkt profitiert von der Wiedervereinigung und dem Nachfrageschub in Ostdeutschland, der sich allerdings auch auf andere europäische und japanische Hersteller positiv auswirkt. VW (Wolfsburg) und Opel (Rüsselsheim) nutzen die neue politische Lage mit einer Ausdehnung der Produktionsanlagen in den Osten Deutschlands nach Eisenach und Zwickau. VW gibt darüber hinaus im Dezember die langfristige Übernahme der tschechoslowakischen Skoda-Werke bekannt. Skoda wird zunächst in eine AG umgewandelt, an der sich die Wolfsburger anfangs mit 31% beteiligen.

Audi macht durch die Einführung des TDI-Dieselmotors (mit Direkteinspritzung und Turbolader) von sich reden, der als technische Meisterleistung gefeiert wird. Durch dieses Verfahren werden außerordentlich günstige Verbrauchswerte erreicht: Audi zeichnet damit zugleich eine Zukunftsentwicklung vor und wirkt der in Deutschland rückläufigen Diesel-Akzeptanz entgegen.

Innovativ zeigt sich Honda (Japan) mit dem Modell NSX: Bei diesem Modell wird nicht nur für die Karosserie, sondern auch für tragende Teile weitgehend Aluminium verwendet; die Konstrukteure betreten technisches Neuland.

In Italien kann Fiat seine Vormachtstellung in der Branche mit dem Erwerb von 49% der Anteile an Maserati und und der Aufstockung seiner Beteiligung an Ferrari auf 90% ausweiten.

Mit dem Modell »Diabolo« beweist Lamborghini, dass es auf dem Sektor der Luxussportwagen nach wie vor ein gewichtiges Wort mitredet. Neu ist in diesem Bereich mit dem Dodge »Stealth« (baugleich mit dem Mitsubishi 3000 GT) ein Angebot aus den USA.

General Motors will in den USA mit der neuen Tochter Saturn auf die bislang fast übermächtige japanische Konkurrenz im Kleinwagenbereich reagieren. Bereits 1985 vorgestellt, geht das erste Saturn-Modell in diesem Jahr in Produktion, um sich in der Klasse der sog. Sub-Compacts zu etablieren.

Beim japanischen Hersteller Nissan tritt das Modell »Primera« die Nachfolge des »Bluebird« an. Der »Primera« ist der in Europa entwickelte und im britischen Nissan-Werk hergestellte Typ, der auch nach Japan exportiert wird.

Nach wie vor erfreuen sich die Geländewagen großer Beliebtheit: Ford kann sich mit dem »Explorer« wirkungsvoll auf dem internationalen Markt etablieren. Trendsetter Rover stellt mit dem Landrover »Discovery« eine neue Version seiner bewährten Geländewagen vor. Neben diese Wagengattung treten die neu konzipierten Großraum-Limousinen (Mini-Vans), die Anklang beim Publikum finden: Der Anbieterkreis bleibt allerdings auf die bereits etablierten Hersteller beschränkt.