Hauptschule – ein auslaufendes Modell?

Bildung 1990:

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft bezeichnet die Hauptschule als »auslaufendes Modell«. Tatsächlich verliert der unterste Teil des dreigliedrigen Schulsystems immer mehr Schüler an Real-, Gesamtschulen und Gymnasien. Nachdem die Hauptschule vor zwei Jahrzehnten noch 70% aller Schulabgänger stellte, liegt sie 1990 bei etwa 35%. In Ländern wie Hessen, Hamburg und Berlin wird das Modell Anfang der 90er Jahre als sog. Restschule gerade von 12 bis 17% aller Schüler besucht.

1990 muss das Kultusministerium allein in Nordrhein-Westfalen 66 Hauptschulen wegen Schülermangels schließen. Ob Gesamtschulen oder eine im Gespräch befindliche sog. Reformierte Realschule mit einem sprachlich-wirtschaftlichen oder einem technisch-gewerblichen Zweig allerdings tatsächlich dauerhafte Alternativen sind, bleibt umstritten.