Zweiter Golfkrieg: Kuwait wird im Irakkrieg befreit

Politik und Gesellschaft 1991:

Zweiter Golfkrieg: Die gewaltsame Befreiung des im August 1990 von irakischen Truppen eroberten Kuwait zur Durchsetzung der Beschlüsse des UN-Sicherheitsrats macht deutlich, dass der Krieg als »Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln« – so die Definition des preußischen Militärhistorikers Carl von Clausewitz – wieder international akzeptiert wird. Zu Jahresbeginn 1991 formiert sich unter Führung der USA eine multinationale Streitmacht, wie sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr angetreten ist. Nachdem der irakische Staatschef Saddam Hussein das Ultimatum der UNO missachtet hat, beginnt am 17. Januar die alliierte Luftoffensive gegen Kuwait und den Irak. Die irakische Armee, vom Westen im Krieg gegen den Iran (1980-1988) kräftig aufgerüstet, hat der alliierten Streitmacht dennoch wenig entgegenzusetzen. Nachdem Saddams Versuch, Israel durch Raketenbeschuss zu einem Gegenschlag zu provozieren und auf diese Weise einige arabische Staaten auf seine Seite ziehen, gescheitert ist, führt die am 24. Februar begonnene Bodenoffensive der Alliierten schon nach vier Tagen zur Feuerpause. Damit ist Kuwait befreit, aber ein Ende der Spannungen im Nahen Osten ist nicht in Sicht. Zwar beteiligt sich Israel auf Drängen der USA an der am 30. Oktober in Madrid beginnenden Nahostkonferenz, an der auch Repräsentanten der Palästinenser teilnehmen, doch es dauert noch zwei weitere Jahre, ehe 1993 ein Rahmenabkommen zwischen Israel und der Palästinensischen Befreiungsbewegung (PLO) Wirklichkeit wird.