Diskussion um Alkohol am Steuer

Verkehr 1992:

Jeder fünfte Verkehrstote ist 1992 Opfer eines Unfalls mit Alkoholbeteiligung – 2012 Menschen. Dennoch steigt der Grenzwert zum Jahresbeginn 1993 in den neuen Bundesländern (außer Brandenburg) von 0,0 auf 0,8 Promille, der West-Wert bleibt erhalten.

Dass Alkohol sich schon in geringen Mengen auf die Fahrsicherheit auswirkt, ist unumstritten. Bereits mit 0,2 Promille lassen Seh- und Reaktionsfähigkeit nach und die Risikobereitschaft steigt. Ab 0,5 Promille vermindert sich die Sehleistung um 15%, der Fahrer schätzt die Geschwindigkeit falsch ein. Bei 0,8 Promille ist die Konzentrationsfähigkeit schon erheblich eingeschränkt, die Reaktionszeit liegt um 35 bis 50% über dem Normalwert.

Jeder Grenzwert wirft allerdings auch die generelle Frage nach seiner Kontrollierbarkeit auf. Selbst von den Fahrten mit 1,3 Promille im Blut wird nur jede 300. entdeckt. Welche Promillegrenze abschreckt, ist deshalb unklar.

Ein Argument ist allerdings unstrittig, wie die Bundesanstalt für Straßenwesen ermittelte: Der durchschnittliche Autofahrer setzt sich immer mal wieder mit mehreren Gläsern Bier im Bauch ans Steuer – meist in der festen Überzeugung, unter den 0,8 Promille zu liegen. Ein geringerer Wert könnte dieses Verhalten vielleicht ändern.