Es geht nicht recht voran

Auto und Verkehr 1992:

Nachdem die Welt-Autoproduktion 1991 eine rückläufige Tendenz gezeigt hat, kann 1992 mit einer Gesamtzahl von 34,9 Mio. Wagen eine geringe Zunahme um 0,5% verzeichnet werden.

Mit 28,1% hat Japan daran zwar den höchsten Anteil, jedoch muss Nippons Autoindustrie insgesamt eine Einbuße in Höhe von 4,3% hinnehmen. Der Produktionsanteil der USA beläuft sich auf 16,5%, der Deutschlands auf 12,8%.

Bemerkenswert ist das koreanische Produktionswachstum von 10,9%. Das südostasiatische Land nimmt jetzt den achten Rang in der Weltstatistik ein.

Die Produktion von FIAT in Polen bewirkt dort eine Steigerung des Gesamtvolumens um 28,8%, während in Italien selbst ein Minus von 10,1% registriert wird.

Die Weltrangliste verzeichnet auf den ersten zehn Positionen die Firmen General Motors, Toyota, Ford, VW, Nissan, FIAT, Peugeot/Citroën, Honda, Renault und Mazda. Diese Unternehmen teilen sich 75% der Weltproduktion. Dabei können die europäischen Hersteller einen Anteil von 43% für sich verbuchen, gefolgt von Asien (32%) und Nordamerika (21%).

In Deutschland signalisiert der Rückgang der Neuzulassungen um 5,5% das Ende des Booms nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten. Während die alten Bundesländer dabei mit einem deutlichen Minus von 8,1% aufwarten, können die neuen Bundesländer ein Plus von 6,5% verzeichnen. Spitzenreiter bei den Neuzulassungen bleibt mit 20,7% VW vor Opel (17,2) und Ford (9,5). Erfolgreichstes Importfabrikat ist Renault.

Die internationalen Verflechtungen in der Automobilindustrie schreiten voran. Mit der Produktionsaufnahme von Opel und Suzuki in Ungarn kehrt dieses Land nach Jahrzehnten der Enthaltsamkeit in die Runde der Herstellerländer zurück. Als neuer Wettbewerber auf dem kontinentaleuropäischen Markt tritt die südkoreanische Marke Hyundai auf.

Bei der Technik ist immer deutlicher der Trend zu einer Standardbauform erkennbar, die häufig als »Golf«-Klasse bezeichnet wird. Sie zeichnet sich durch eine Fahrzeuglänge von etwa 4 m aus, entweder als 2- oder 4-Türer, immer mit großer Heckklappe. Zusammen mit einer klappbaren Rücklehne erfüllen diese Fahrzeuge die vielfältigsten Transportansprüche. Der Frontantrieb ist Standard, ein Treibstoffverbrauch von 8 l für 100 km gilt als oberer Grenzwert.

Die Forderung nach der Schadstoffminderung oder gar -eliminierung bringt wieder einmal das Elektroauto ins Gespräch. Waren es früher vorwiegend Außenseiter, die sich mit diesem Projekt beschäftigten, so zeigen jetzt auch häufiger etablierte Hersteller ihre Experimentierfreude.

Das geschieht in der Regel durch die Elektrifizierung von Serienfahrzeugen. BMW erprobt einen als Typ E1 vorgestellten Versuchswagen. Trotz des relativ geringen Fahrzeuggewichts bleiben auch beim E1 die schweren Batterien das entscheidende Manko. Als Resümee aller Bemühungen muss festgestellt werden, dass die Forderung nach der »Null-Emission« noch nicht erfüllt werden kann.

Zum Auto des Jahres küren Fachjournalisten den »Golf III«, der nahtlos an die Verkaufserfolge des Vorgängers anschließen kann. Neu ist die lange erwartete Kombiversion »Variant«.

Alfa Romeo lanciert mit dem Typ 155 ein neues Mittelklassemodell, Citroën lässt den »Xantia« auf das Modell BX folgen. Honda bietet mit dem »Civic CRX« eine interessante Offenversion in Targa-Manier, Suzuki mit dem »Swift«-Cabriolet eine weitere Variante auf dem immer populärer werdenden Cabriolet-Markt.

In der Oberklasse bietet die Chrysler-Gruppe mit dem Dodge-Sportwagen »Viper« ein formal und technisch reizvolles Auto. Übertroffen wird es vom Supersportwagen »F1« des Rennwagenherstellers McLaren. Seine technische Charakteristik lässt allerdings mehr auf einen Einsatz im Wettbewerb als im Alltag schließen.