Clinton und Jelzin behaupten sich – politischer Generationswechsel in Südeuropa

Politik und Gesellschaft 1996:

In den beiden mächtigsten Staaten der Welt bleiben die führenden Männer auf ihrem Posten: Im Juli behauptet sich Russlands Präsident Boris Jelzin mit Mühe gegen seinen kommunistischen Herausforderer Gennadi Sjuganow, im November verweist US-Präsident Bill Clinton seinen republikanischen Herausforderer Bob Dole souverän in die Schranken.

Innerhalb der Europäischen Union, die weitere Schritte hin zu der für 1999 vorgesehenen Wirtschafts- und Währungsunion unternimmt, gibt es neue Gesichter auf den Regierungsbänken: Im Januar verzichtet der schwer kranke griechische Ministerpräsident Andreas Papandreou auf sein Amt, zu seinem Nachfolger bestimmt die sozialistische Partei PASOK Kostas Simitis, der im September auch die Bestätigung durch die Wähler bekommt. In Spanien wird nach 14 Jahren Regierung der Sozialist Felipe González Márquez abgewählt, mit José María Aznar erhält das Land erstmals seit 1982 wieder einen bürgerlichen Regierungschef. Im Nachbarland Portugal verlässt im März der Sozialist Mario Soares nach zehn Präsidentschaftsjahren endgültig die politische Bühne, Nachfolger wird sein Parteifreund Jorge Sampaio. In Italien setzt sich bei der Parlamentswahl im April mit knapper Mehrheit das von Romano Prodi geführte Mitte-Links-Wahlbündnis »Ulivo« (Ölbaum) durch. Die 55. Nachkriegsregierung Italiens ist die erste unter linker Führung.