Globalisierungstendenzen, französischer Fußball-WM-Erfolg und Dopingtour

Politik und Gesellschaft 1998:

Im Zeichen der Globalisierung werden im weltwirtschaftlichen Machtpoker die Karten neu gemischt, und die Deutschen sind mit dabei: Die Deutsche Bank steigt durch den Kauf von Bankers Trust (USA) zum führenden Kreditinstitut auf, Daimler-Benz vereinigt sich mit Chrysler zum drittgrößten Autokonzern, Volkswagen und VW liefern sich ein kostenträchtiges Wettrennen um den Besitz der britischen Nobelmarke Rolls-Royce. Die Mineralölindustrie wird durch gleich zwei Elefantenhochzeiten neu geordnet: Zunächst schluckt die britische BP den US-Konzern Amoco, dann übernimmt Exxon den Konkurrenten Mobil Oil.

Das Sportjahr 1998 steht im Zeichen der XVIII. Olympischen Winterspiele im japanischen Nagano, die vor allem die deutschen Athleten in guter Erinnerung behalten, und zweier Großereignisse in Frankreich: Der 16. Fußball-Weltmeisterschaft, eines Mammut-Turniers mit 32 teilnehmenden Mannschaften, das mit Frankreich am Ende seinen verdienten Sieger findet, und der 85. Tour de France, bei der Marco Pantani als Gewinner weit weniger Schlagzeilen produziert als die Dopingaffäre, die fast den Abbruch des längsten und härtesten Etappenradrennens zur Folge hat und die Diskussion um unerlaubte Aufputschmittel um ein neues, düsteres Kapitel erweitert.