Politische und wirtschaftliche Turbulenzen in Russland und Asien, Kriege in Afrika

Politik und Gesellschaft 1998:

In der übrigen Welt steht 1998 das Barometer auf »stürmisch bis veränderlich«. Das Riesenreich Russland stolpert von einer Krise zur nächsten, der gesundheitlich angeschlagene Präsident Boris Jelzin muss seine Macht Stück für Stück an Ministerpräsident Jewgeni Primakow abtreten, schon den dritten innerhalb eines Jahres. Zusammen mit der Rubelkrise sorgen die Talfahrt der Aktien- und Devisenkurse in Asien und die anhaltenden Wirtschaftsprobleme in Brasilien für Erschütterungen an den internationalen Aktienbörsen. In Indonesien muss der autokratisch regierende Präsident Kemusu Suharto nach gewaltsamen Protesten einer breiten Oppositionsbewegung im Mai gehen. Auch unter seinem Nachfolger Jusuf Habibie kommt das Reich der 13 000 Inseln nicht zur Ruhe. Selbst das wirtschaftlich so starke Japan steckt trotz milliardenschwerer Konjunkturprogramme erstmals seit 1975 wieder in einer Rezession.

Auf dem indischen Subkontinent droht nach den Kernwaffentests in Indien und Pakistan ein atomarer Rüstungswettlauf mit der Gefahr eines – diesmal mit Atomwaffen ausgetragenen – dritten Krieges um Kaschmir. Größter Krisenherd bleibt allerdings Afrika, wo im Jahr 1998 zwölf Kriege andauern und drei neue hinzukommen.