Endgültiger Machtwechsel in Indonesien – Fortschritte in Nordirland und Nahost

Politik und Gesellschaft 1999:

In Indonesien vollzieht sich ein Jahr nach dem Sturz von Kemusu Suharto endgültig die politische Wende. Doch nicht die Siegerin der Parlamentswahlen, Megawati Sukarnoputri, sondern der kränkelnde Muslimführer Abdurrahman Wahid führt künftig das Reich der über 13 000 Inseln, das nach der von blutigen Unruhen begleiteten Abspaltung der ehemals portugiesischen Provinz Osttimor im September wegen fortbestehender ethnischer und religiöser Konflikte vor neuerlichen Zerreißproben steht. Zwischen den beiden mit Atomwaffen bestückten Nachbarstaaten Indien und Pakistan droht im Mai ein neuer Krieg um das geteilte Kaschmir, der aber durch das Einlenken Pakistans abgewendet wird. Mit der Festnahme von PKK-Chef Abdullah Öcalan bringt die Türkei im Februar den langjährigen »Staatsfeind Nr. 1« in ihre Gewalt. Friedenssignale gibt es aus Jerusalem und Belfast: Die Wahl von Ehud Barak zum israelischen Ministerpräsidenten bringt die Autonomiegespräche mit den Palästinensern und die Verhandlungen mit Syrien über die Golanhöhen wieder in Gang, und die britische Provinz Nordirland bekommt im Dezember eine gemischtkonfessionelle Regionalregierung. Für US-Präsident Bill Clinton, der sich in beiden Krisengebieten erfolgreich als Vermittler betätigt hat, nimmt die Lewinsky-Affäre ein glückliches Ende.