Hotel-Erlebniswelten in Las Vegas

Urlaub und Freizeit 1999:

Mit Themen-Luxushotels der Superlative versucht das Spielerparadies Las Vegas, sein Schmuddel-Image zu überwinden. Nachdem bereits 1998 das einem Dorf am Comer See nachempfundene »Bellagio« seine Pforten geöffnet hat, kommen 1999 zwei weitere Hotelkomplexe hinzu, die ihren Gästen mit Plastik und Polyurethanschaum europäische Kultur vorgaukeln. Im April eröffnet das »Venetian«, das nach der Vollendung im Sommer 2001 mit über 6000 Suiten und Kosten von 2,5 Mrd. US-Dollar das größte und teuerste Hotel der Welt sein wird. Rialtobrücke und Palazzo Ducale, Campanile und Ca d’Oro, singende Gondoliere und 2000 Tauben sorgen für die perfekte Illusion. Eine Standardsuite kostet 167 Dollar – was angesichts des Gebotenen fast billig erscheint, für die Hotelszene in Las Vegas, die sich vor allem durch Einnahmen aus dem Glücksspiel finanziert, allerdings neue Maßstäbe nach oben setzt. Der Hilton-Konzern zieht im September mit dem »Paris«-Hotel nach, zu dem neben Miniaturausgaben von Louvre, Arc de Triomphe und Champs Élysées auch eine leicht verkleinerte Kopie des Eiffelturms gehört. Insgesamt steigt die Bettenzahl in Las Vegas 1999 von 109 000 auf 130 000.