Kampfeinsatz der NATO in Jugoslawien – mit Bundeswehrbeteiligung

Kampfeinsatz der NATO in Jugoslawien – mit Bundeswehrbeteiligung
Kosovokrieg: Abgeschossene MiG-29 des Piloten Zoran Radosavljevic vom 26. März 1999 bei Ugljevik in Bosnien. By DoD photo by Spc. Tracy Trotter, U.S. Army [Public domain], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1999:

Es ist müßig, darüber zu streiten, ob 1999 nun wirklich das letzte Jahr des 20. Jahrhunderts war oder ob, wie die Mathematiker vorrechnen, das neue Millennium erst am 1. Januar 2001 anbricht – im Bewusstsein der Menschheit, die im Oktober die Sechsmilliardengrenze überschreitet, markiert das Jahr 1999 eine Zeitenwende.

Sie ist es vor allem in der Politik: Am Abend des 24. März beginnt mit den Luftangriffen auf Ziele in Jugoslawien der erste Kampfeinsatz der NATO in ihrer 50-jährigen Geschichte, und die Bundeswehr ist mit dabei. Um die Unterdrückung der albanischstämmigen Bevölkerungsmehrheit im Kosovo zu beenden, führt die NATO Krieg gegen den jugoslawischen Präsidenten Slobodan Miloševic – mit dem Anspruch einer »humanitären Intervention« zur Durchsetzung der Menschenrechte, aber ohne Mandat der UNO und gegen die Buchstaben des Völkerrechts. »Kollateralschäden«, wie die NATO zivile Opfer nennt, werden dabei in Kauf genommen.

Als nach 79 Tagen Luftkrieg im Juni endlich Frieden am Himmel über Jugoslawien herrscht und die Flüchtlinge zu Hunderttausenden in das Kosovo zurückkehren können, steht die NATO vor der schwierigen Aufgabe, den Frieden zu gewinnen. Eine 50 000 Mann starke KFOR-Schutztruppe im Kosovo, ein Ende Juli beschlossener, milliardenschwerer »Balkan-Stabilitätspakt« und die Auflösung der Kosovo-Befreiungsarmee UÇK im September sollen das »Pulverfass Balkan« entschärfen.