Umsätze sind rückläufig

Werbung 2001:

2001 setzt in der Werbebranche Ernüchterung ein – und das schon vor den Anschlägen des 11. September, die auch hier zum Umdenken zwingen. Die Wirtschaft investiert sehr viel verhaltener, die Zuwächse fallen geringer aus. Nach den Terrorangriffen auf die USA wird alles gemieden, was im weitesten Sinne mit diesen Ereignissen in Verbindung gebracht werden kann.

Dazu zählen Actionszenen ebenso wie Hochhäuser und Flugzeuge – sie erzeugen beim Betrachter nicht mehr in erster Linie ein Gefühl von Freiheit und Modernität, sondern von Angst und Gefahr. Auch Bilder von Manhattan sind – zumindest vorerst – in der Werbung fehl am Platz.

Für Verunsicherung in der Branche sorgen schon im Mai die Vorschläge von EU-Verbraucherkommissar David Byrne. Er regt an, ein Werbeverbot für Tabakprodukte in allen Zeitungen und Zeitschriften der EU zu erlassen, das auch für den Rundfunk, das Internet sowie das Sponsoring durch Tabakfirmen bei grenzüberschreitenden Veranstaltungen wie der Formel 1 gelten soll.

Auf Veränderungen des Marktes reagiert die siebtgrößte deutsche Werbegruppe, die Scholz & Friends GmbH, durch die Fusion mit dem am Neuen Markt notierten TV-Produktionsunternehmen United Visions Entertainment AG zur Scholz & Friends AG. Das Unternehmen positioniert sich damit als Kommunikationskonzern. Verona Feldbusch ist – so zeigt eine im März veröffentlichte Umfrage im Auftrag des Gesamtverbands Werbeagenturen (GWA) -Deutschlands beliebtester Werbe-Promi (u. a. Iglo, Schwartau, JVC, Smart) vor Thomas Gottschalk, Boris Becker und Mika Häkkinen. Die omnipräsente Verona ergänzt ihre Produktpalette um Haarshampoo (Schwarzkopf) und verlockt im Herbst – gemeinsam mit Harald Schmidt – zur »Kaufregung« beim Warenhauskonzern Karstadt.