Variationen des Üblichen

Auto und Verkehr 2001:

Der allgemeine Nachfrageeinbruch in der deutschen Wirtschaft wirkt sich auch auf die Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen aus. Die Produktion bleibt durch diese Tendenz allerdings weitgehend unbeeinflusst, da praktisch in gleichem Umfang der Export deutscher Fahrzeuge steigt. Hier macht sich insbesondere die Stärke des US-Dollars bemerkbar. Hinsichtlich des Erscheinungsbildes des Autos fallen Variationen innerhalb des üblichen Rahmens auf. Bei Limousinen mit Stufen- oder Fließheck zeichnet sich eine größere Außenhöhe ab, die ein bequemeres Ein- und Aussteigen ermöglicht (Beispiel Peugeot 307). Der Einfluss der Kompakt-Vans macht sich insofern bemerkbar, als der Bedarf an vielfältig nutzbarem Platzangebot zunehmend zum Kaufargument wird. Trotzdem bleiben die auf herkömmlichen Limousinen basierenden Kombiwagen ein wesentlicher Bestandteil der Angebotspalette. Cabriolets erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Hier bietet Chrysler mit einer viersitzigen Version ein attraktives Angebot. Im Geländewagen-Sektor werden die abgerüsteten Versionen (sog. SUV = Sports Utility Vehicle) verstärkt favorisiert, die weniger für den harten Geländeeinsatz als für Fahrten auf Asphalt konstruiert sind. Als Beispiele seien der Ford Maverick und der Jeep Cherokee genannt.

Die Neuauflage der Mercedes-Benz-Typenreihe SL knüpft an die erfolgreichen Vertreter der letzten Jahrzehnte in dieser Baureihe an. In der Golf-Klasse versucht Fiat mit dem neuen Stilo Anschluss zu halten. Opel bietet mit dem Speedster einen sportlichen Aspekt, wobei auf den britischen Lotus Elise zurückgegriffen worden ist. Von der neu gestalteten BMW-7er-Reihe kommt nur die Achtzylinder-Version auf den Markt – eine beeindruckende Häufung innovativer Technik. Der »Zwölfer« als Ergänzung soll später folgen. Als ersten Vertreter der W-Motorenreihe präsentiert VW den W8, der sich später zu einem W12 entwickeln soll.

Die internationale Zusammenarbeit schreitet weiter voran. So übernimmt General Motors Teile der koreanischen Daewoo-Gruppe. Dass bisher nur in Großbritannien mit Produktionsstätten vertretene japanische Hersteller nun auch in Kontinentaleuropa Fuß fassen (Nissan/Renault und Toyota/Peugeot), belegt die Bedeutung, die man dem Euro-Markt beimisst.

Bei den Importwagen führt Frankreich mit großem Abstand vor Italien und Japan.