Angst vor Anschlägen

Urlaub und Freizeit 2002:

Die Welt-Tourismusorganisation WTO hatte für 2001 mit einem Branchenwachstum von 4% gerechnet, wobei schon im August wegen der weltweiten Konjunkturschwäche ein gewisser Rückgang zu beobachten war. Nach den Terroranschlägen in den USA am 11. September bricht dann die Tourismuswirtschaft regelrecht ein. Die Zahl der Reisenden sinkt in den letzten vier Monaten des Jahres 2001 weltweit um 11%. Besonders betroffen sind Nord- und Südamerika (- 24%), der Nahe Osten (- 31%) und Südasien (- 24%). Das Attentat auf der Ferieninsel Djerba am 11. April, bei dem u. a. 14 deutsche Urlauber ums Leben kommen, bedeutet einen weiteren Schlag für den Tourismus. Bis Juli werden in Tunesien 37% weniger deutsche Gäste registriert als im Vorjahr.

Und auch die Angst vorm Fliegen bleibt: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sinkt in Deutschland die Zahl der Flugpassagiere von Januar bis Juli um 8,3% auf 37,8 Mio. Auch wenn statistisch gesehen das Risiko, bei einer Autofahrt zu verunglücken, sehr viel höher ist als bei einer Flugreise, bleiben die Urlauber lieber am Boden und beschränken sich auf Ziele, die mit Auto oder Bahn zu erreichen sind. Entsprechend gibt es ein Plus bei den Deutschlandreisen. Beliebteste Regionen sind Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Bayern und der Schwarzwald, wobei meist eine längere durchschnittliche Aufenthaltsdauer registriert wird als in den Vorjahren. Dies deutet darauf hin, dass die heimischen Regionen nicht nur für Kurztrips genutzt werden, sondern das Haupturlaubsziel darstellen. Allerdings, so wissen die Ferienorte zu vermelden, halten sich die Feriengäste insbesondere bei Gaststättenbesuchen spürbar zurück.

International profitieren 2002 die Länder, die ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten haben, wie etwa Bulgarien, Kroatien und die Türkei. Bei den Fernreisen liegen wegen der günstigen Wechselkurse Südafrika, Kuba und Thailand vorn. Neu im Angebot der Pauschalveranstalter sind die Kapverdischen Inseln: »Die Kapverden sind das, was die Kanaren vor 35 Jahren waren«, erklärt TUI-Vorstand Ralf Corsten.