Bescheidenes Wohnen in der Zelle

Wohnen und Design 2002:

Kubricks Raumschiffzelle liefert auch das Vorbild für »TurnOn«, eine Erfindung der Wiener Architektengruppe »Alles wird gut«. In diesen radförmigen Wohnmodulen, von denen mehrere aneinandergesetzt werden können, bewegen sich die Menschen wie in einem Hamsterrad: Was in einer Stellung des Rades der Boden ist, wird in der nächsten zur Wand und in der wiederum nächsten zur Decke der Zelle; durch das Laufen im Rad wird aus dem Schlafzimmer ein Wohnraum, der zum Essplatz mutiert usw., bis beim Kochen die Couch an der Decke hängt. Klappt man eine Seite des Rades auf, gelangt man ins Freie, ansonsten bewegt man sich in einer kleinen Welt aus Einbau-, Aufklapp-, Ansteck- und aufblasbaren Möbeln.

Eine Tendenz zu Flexibilität und Bescheidenheit, zum »Shrink-to-fit«, konstatieren Beobachter z. B. auch bei dem Münchner Designer Konstantin Grcic mit seinen schwenkbaren Beistelltischen im Miniformat, die er unter dem Namen »Diana« für ClassiCon entworfen hat, oder auch bei dem Steckregal »Egal«, das Axel Kufus für Nils Holger Moormann konstruiert hat: Schon der Name suggeriert den passenden Fatalismus für eine nicht auf Dauer angelegte Wohnwelt.