Beschlüsse der KMK

Bildung 2002:

Da Bildungspolitik in Deutschland Ländersache ist, muss sich von PISA vor allem die Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder angesprochen fühlen. Dieses Gremium muss seit jeher dafür Sorge tragen, dass schulische Ausbildungswege und -abschlüsse in den verschiedenen Bundesländern vergleichbar sind, so dass z. B. der Wechsel eines Schülers von einem Bundesland ins andere möglich ist. Bisher bestimmten parteipolitische Diskussionen die Arbeit der KMK, was dazu führte, dass in vielen Fragen lediglich Kompromisse auf kleinstem Nenner gefunden wurden.

Nach Bekanntwerden der PISA-Studie reagieren die Kultusminister allerdings rasch – und sie zeigen sich plötzlich überraschend einig: Statt in die alten Grabenkämpfe über Vor- und Nachteile des dreigliedrigen Schulsystems bzw. der Gesamtschule zu verfallen, verständigt sich die KMK Ende 2001 auf zentrale Punkte ihrer weiteren Arbeit: Lernschwache und besonders lernstarke Schülern sowie solche aus Migrantenfamilien sollen intensiver gefördert werden. Weitere Schwerpunkte legen die Kultusminister auf die Verbesserung der Lernkultur, eine bessere Aus- und Weiterbildung der Lehrer, das altersgemäße Lernen im Kindergarten sowie vor allem auf eine Qualitätskontrolle und ergebnisorientierte Gestaltung des Unterrichts.

Bleiben diese Ziele noch weitgehend unkonkret, so beschließen die Kultusminister im Mai, bundesweit einheitliche Bildungsstandards für die Fächer Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen und Naturwissenschaften festzulegen, und zwar nicht nur bei den Abschlüssen, sondern auch bei der fortlaufenden Kontrolle des Lernprozesses. Inwieweit diese Standards erreicht worden sind, soll in Zukunft durch regelmäßige Vergleichstests überprüft werden – bisher hatten sich insbesondere SPD-regierte Bundesländer gegen eine derartige Transparenz hinsichtlich der Schulleistungen gesperrt.