Jahrhundertflut an der Elbe eint Deutschland – Kanzler Schröder wird wiedergewählt

Jahrhundertflut an der Elbe eint Deutschland – Kanzler Schröder wird wiedergewählt
Hochwasser, Schillergarten in Dresden. Stefan Malsch [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 2002:

Welches Bild hinterlässt das Jahr 2002, das Jahr 1 nach den Anschlägen des 11. September, im Gedächtnis der Bundesbürger? Ist es die bei manchem geradezu kindliche Freude auf die neue Währung, den Euro? Sind es die strahlenden Sieger Gerhard Schröder und Joschka Fischer nach der Bundestagswahl? Sind es die Zerstörungen nach den Terroranschlägen auf Djerba oder Bali?

Die stärksten Eindrücke bleiben wohl vom plötzlichen Hereinbrechen der Jahrhundertflut in den Städten und Gemeinden entlang der Elbe und ihrer Nebenflüsse. Allein in Sachsen kommen 20 Menschen in den Fluten ums Leben, ganze Landstriche stehen unter Wasser, Tausende Häuser und Wohnungen werden zerstört, in Dresden erleiden Kulturdenkmäler schwere Schäden, Straßen und Schienenwege werden unterspült. Die Menschen in den Hochwassergebieten bleiben in ihrer Not nicht allein, denn die Spendenbereitschaft der deutschen Bevölkerung ist groß, und auch mit öffentlichen Mitteln wird unbürokratisch geholfen.

Für Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die Jahrhundertflut, so zynisch es klingen mag, auch ihr Gutes: Sein entschlossenes Auftreten wenige Wochen vor der Bundestagswahl trägt wesentlich dazu bei, dass die rot-grüne Regierungskoalition am 22. September knapp die Nase vorn hat. Andere Themen wie das Zuwanderungsgesetz, das schlechte Abschneiden deutscher Schüler bei der PISA-Studie oder die von Unionsherausforderer Edmund Stoiber immer wieder ins Feld geführte anhaltend hohe Arbeitslosigkeit geraten demgegenüber in den Hintergrund.