Magische Laterne und schicke Schanze

Architektur 2002:

Auch Renzo Piano spielt in dem Haus, das er für Hermès in der Ginza, dem Luxus-Einkaufsviertel von Tokio, entworfen hat, mit Symbolen. Der Italiener hat vor seinen formal schlichten 13-stöckigen Turm eine Fassade aus speziell angefertigten Glasbausteinen gehängt. Mit diesen Glas»ziegeln« bezieht er sich darauf, dass in der Ginza als erstem Viertel in Tokio Häuser aus Ziegeln statt aus Holz errichtet wurden. Im Dunkeln soll das Gebäude wie eine »magische Laterne« leuchten und so die japanische Tradition, den Eingang von Geschäften mit Lampions zu schmücken, fortsetzen. Wenig Anklang findet hingegen die wenig originelle Gestaltung der Innenräume durch Rena Dumas, die Gattin von Hermès-Chef Jean-Louis Dumas.

Die in Bagdad (Irak) geborene, in Großbritannien lebende Architektin Zaha Hadid lässt sich bei ihren Entwürfen weniger durch Symbole als durch rasante Formvorstellungen leiten, wobei sie die für die bauliche Umsetzung erforderlichen statischen und technischen Voraussetzungen bewusst außer Acht lässt. Nun hat Hadid ein ihrem Gestaltungswillen entsprechendes Objekt gefunden. Am Berg Isel bei Innsbruck steht seit 2002 ihre neue Großschanze mit einem gläsernen Panoramarestaurant in der Spitze, das den Besuchern einen atemberaubenden Blick bietet.