Milliarden gegen Verkehrsinfarkt

Verkehr 2002:

Trotz rückläufigen Straßenverkehrsaufkommens bleibt eine Tatsache bestehen: Vor allem zu Ferienzeiten quälen sich kilometerlange Wagenkolonnen über deutsche Autobahnen. Nach einer Studie der Industrie- und Handelskammern müssten rd. 1700 km Autobahn einen zusätzlichen Fahrstreifen erhalten. Die erforderlichen Mittel für das sog. Anti-Stau-Programm der Bundesregierung sollen ab 2003 aus der bereits beschlossenen Lkw-Maut kommen. Lkw über 12 t müssen durchschnittlich 15 Cent pro Kilometer zahlen, was Einnahmen von ca. 3,4 Mrd. € jährlich erbringen soll. Den Zuschlag für Aufbau und Betrieb des satellitengesteuerten Mautsystems erhält Ende Juni 2002 ein Konsortium aus Deutscher Telekom, DaimlerChrysler und dem französischen Autobahnbetreiber Cofiroute. Die unterlegene Bietergruppe Ages (u. a. Vodafone, Aral, Shell) ficht jedoch die Vergabeentscheidung wegen angeblicher Dumpingpreise beim Kartellamt an. Durch das Verfahren wird sich der Start des Mautsystems – ursprünglich für Januar 2003 geplant – um ein halbes bis ein ganzes Jahr verzögern.