Mit Rabatten aus der Krise

Urlaub und Freizeit 2002:

Die deutschen Touristikunternehmen, die im Sommergeschäft 2002 ein Umsatzminus von schätzungsweise 10% verkraften müssen, versuchen der Krise mit Preissenkungen und Sonderrabatten zu begegnen. Die Großen der Branche kündigen für 2003 niedrigere Preise für viele Zielgebiete an. Um dem wachsenden Trend zu Buchungen erst kurz vor Reisebeginn zu begegnen, werden umfangreiche Frühbucherrabatte eingeräumt, die sich z. T. auf mehrere hundert Euro belaufen. Neckermann will zudem für 2003 erstmals Ratenzahlung für Reisen möglich machen; die Laufzeiten werden voraussichtlich zwischen sechs und zwölf Monaten liegen, der effektive Zinssatz bei 9,9%.

Außerdem versucht man neue Zielgruppen anzusprechen. So gibt es auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin ein »Centrum für Reisemedizin«, in dem versichert wird, dass auch chronische Kranke keine Scheu vor dem Reisen haben müssten. Wichtig seien nur die richtige ärztliche Beratung sowie eine Auslandskrankenversicherung. Daneben wird das Thema »Wellness« auf der ITB besonders großgeschrieben. Wenn die Welt allzu bedrohlich wirkt, so scheint es, ist der Rückzug aufs eigene Wohlbefinden eine echte Alternative. Mit einem wirklichen Aufschwung rechnet die Tourismuswirtschaft dennoch erst für 2004, sofern nicht eine neuerliche politische Krise wie etwa ein Militärschlag gegen den Irak dazwischenkommt.