Alliierte greifen den Irak an und stürzen Saddam Hussein

Politik und Gesellschaft 2003:

Der Irakkonflikt ist aus weltpolitischer Sicht das bestimmende Thema des Jahres 2003. Trotz intensiver diplomatischer Bemühungen um eine friedliche Lösung sprechen ab Mitte März in dem erdölreichen Land die Waffen: Die US-Regierung mit Präsident George W. Bush an der Spitze ist überzeugt, dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitzt und dadurch eine potenzielle Gefahr für seine Nachbarn und möglicherweise sogar für die ganze Welt darstellt. Dieser angenommenen Bedrohung wollen die USA, unterstützt vor allem von Großbritannien, mit militärischen Mitteln entgegentreten, auch wenn die Mehrheit im UN-Sicherheitsrat dieses Vorgehen offensichtlich nicht billigt. Zunächst verläuft der Krieg für die Alliierten erfolgreich.

Am 13. Dezember 2003 wurde Saddam Hussein von US-amerikanischen Besatzungstruppen 15 km von seiner Heimatstadt Tikrit entfernt festgenommen. See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons

Am 13. Dezember 2003 wurde Saddam Hussein von US-amerikanischen Besatzungstruppen 15 km von seiner Heimatstadt Tikrit entfernt festgenommen. See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons

Binnen weniger Wochen erobern US-amerikanische und britische Truppen den Irak und führen den Sturz des diktatorisch regierenden Präsidenten Saddam Hussein herbei. Damit kehrt allerdings noch kein Frieden ein. Die Versorgung der Bevölkerung und der Wiederaufbau des Landes erweisen sich als schwierig; nach anfänglicher Freude über den Sturz des verhassten Regimes begegnet die Bevölkerung den Besatzern zunehmend misstrauisch. Vor allem aber reißt die Serie der Attentate nicht ab, gegen die die Amerikaner und ihre Verbündeten offenbar machtlos sind. Daran ändert sich auch nichts, als im Dezember endlich die Festnahme Saddams gemeldet werden kann. Wie sich die Zukunft des Irak gestaltet, ist unklar. Die USA, die das Land zu einem demokratischen Vorbild für die ganze Region machen wollen, möchten sich möglichst bald aus dem Irak zurückziehen; zuvor sollen aber stabile politische Verhältnisse geschaffen werden. Vor allem die Schiiten, die größte Bevölkerungsgruppe im Irak, fordern alsbald freie Wahlen; dagegen plädieren die USA, die die Errichtung eines Gottesstaates nach iranischem Vorbild fürchten, für die Einsetzung eines Übergangsparlaments.

Der Irakkonflikt führt zu nachhaltigen Verstimmungen innerhalb der NATO. Insbesondere Deutschland und Frankreich, unterstützt von Russland, lehnen das Vorgehen der USA ab, die ihrerseits Rückenstärkung u. a. von Großbritannien, Spanien und Polen erhalten. Erst allmählich finden die Bündnispartner nach z. T. erbittert geführten Streitigkeiten wieder zueinander.