Kein Ende der Gewalt im Nahen Osten – mehr Schutztruppen für Afghanistan

Politik und Gesellschaft 2003:

In der Nachbarschaft des Irak erweisen sich die Friedenshoffnungen ein weiteres Mal als trügerisch. Israelis und Palästinenser bekunden zwar Anfang Juni beim Gipfeltreffen mit US-Präsident Bush im jordanischen Akaba ihre Bereitschaft zur Umsetzung der jüngsten Friedensinitiative, der sog. Roadmap, und den Sommer über bleibt es in der Region relativ ruhig. Doch im August wird der verhängnisvolle Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt wieder in Gang gesetzt. Eine politische Lösung rückt angesichts der zerstrittenen palästinensischen Führung, die Selbstmordattentate in Israel nicht verhindern kann oder will, und der harten Haltung des israelischen Regierungschefs Ariel Scharon erneut in weite Ferne.

An einem weiteren Konfliktherd der Welt, in Afghanistan, wird das Engagement internationaler Truppen weiter verstärkt. Bundeswehrsoldaten, von denen bereits rd. 1500 im Rahmen der internationalen Schutztruppe ISAF in der Hauptstadt Kabul Dienst tun, werden im Oktober auch in die Provinzstadt Kundus entsandt. Sie sollen dazu beitragen, die Autorität der Zentralregierung im ganzen Land zu stärken. Vor dem Hintergrund des internationalen Einsatzes verkündet Bundesverteidigungsminister Peter Struck einen Umbau der Truppe zu einer modernen Hightech-Armee, deren Aufgabe künftig weniger in der Verteidigung des eigenen Landes liegt als in der Bewältigung internationaler Krisen und dem Kampf gegen den Terrorismus.