Rettungsanker Bildungsstandards?

Bildung 2003:

Solche einheitlichen Bildungsstandards soll es künftig auch in Deutschland geben, darauf hat sich die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) schon 2002 geeinigt. Im Februar 2003 legen ihre Präsidentin, die hessische Kultusministerin Karin Wolff (CDU), und Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) die Expertise »Zur Entwicklung nationaler Bildungsstandards« des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung vor. Die Autoren sprechen sich dafür aus, länder- und schulformübergreifend Mindestniveaus in den schulischen Kernfächern festzulegen, und raten dazu, eine nationale Agentur zur Bewertung des deutschen Bildungssystems zu schaffen. Bereits im Sommer präsentieren Experten der KMK Entwürfe für Bildungsstandards in Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch für den Abschluss mittlere Reife. Dabei geht es nicht um Lernzielkataloge, sondern um in Tests abfragbare Kompetenzen der Schüler. Es ist also freigestellt, ob im Deutschunterricht Goethes »Faust« oder Schillers »Räuber« behandelt werden, sofern den Schülern nur »ein Spektrum tradierter und aktueller Literatur« vermittelt wird. Zum Schuljahr 2004/05 sollen nach dem Willen der KMK die ersten Bildungsstandards an den Schulen eingeführt werden. Die nationalen Bildungsstandards sollen dazu beitragen, die eklatanten Leistungsunterschiede der Schüler nach Bundesländern, die sich in der PISA-E-Studie 2002 gezeigt haben, abzubauen, um »regionale Chancengleichheit« zu erreichen.