Sparen beim Lebensmittelkauf

Ernährung, Essen und Trinken 2003:

Billig soll es sein und schnell soll es gehen. Nach dieser Maxime scheinen sich immer mehr Bundesbürger zu ernähren – zumindest ist der Absatz von Fertiggerichten ebenso wie der Marktanteil der Discounter in den letzten Jahren stark angestiegen, sehr zum Leidwesen von Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Bündnis 90/Grüne), die davor warnt, dass die niedrigen Preise grundsätzlich die Qualität der Lebensmittel gefährdeten. Diese Ansicht teilen jedoch nach einer Allensbach-Umfrage nur 16% der Bundesbürger. 53% der Befragten sind dagegen der Ansicht, dass die Lebensmittelqualität in Discountmärkten besonders hoch sei, weil die Waren dort schnell umgesetzt würden und deshalb immer frisch seien. Kein Wunder also, dass Aldi, Lidl, Plus und andere Billiganbieter ihren Marktanteil in den letzten zehn Jahren von rd. 18% auf etwa 37% steigern konnten.

Besonders unter dem Preisdruck zu leiden haben die Hersteller von Bio-Produkten, die zumeist deutlich teurer sind als diejenigen aus konventionellem Anbau. Zwar haben die meisten Verbraucher im Prinzip eine positive Haltung zu Öko-Lebensmitteln, und laut Umfragen sind viele bereit, je nach Produkt 10 bis 30% mehr für Bio-Kost zu zahlen. Ihr tatsächliches Kaufverhalten verändern sie jedoch kaum, wie eine Studie der Hamburger Hochschule für angewandte Wissenschaften feststellt: Die Bio-Produkte sind ihnen offenbar doch zu teuer, oder die Zubereitung ist zu aufwendig. Helmut Laberenz, der die Untersuchung leitete, resümiert, dass Öko-Lebensmittel nicht in die Fast- und Fingerfood-Kultur passten. Die Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft (ZMP) kommt aufgrund eigener Untersuchungen zu dem Fazit, dass die Gruppe der Bundesbürger, die sich regelmäßig mit Bio-Produkten versorgen, sehr klein ist und kaum Zuwachs aus der Gruppe der sporadischen Bio-Käufer erhält.