Wachsende Touristenströme

Urlaub und Freizeit 2003:

Während die Tourismusbranche in Deutschland 2002 stagnierte, gab es weltweit Zuwächse zu verzeichnen. Nach Angaben der Welttourismusorganisation stieg die Zahl der Reisenden 2002 um 3,1% auf 715 Mio. und übertraf damit noch das Rekordjahr 2000. Europa, nach wie vor das weltweit wichtigste Reiseziel, konnte 411 Mio. Besucher anlocken, ein Plus von 2,4%. Besonders hohe Steigerungsraten erzielten die Türkei, Bulgarien und Kroatien, dagegen kamen weniger Gäste nach Polen, Portugal und Tschechien. Deutschland stagnierte bei rd. 18 Mio. Besuchern aus dem Ausland.

Meistbesuchte Destination der weltweiten Touristenströme ist Frankreich mit 76,6 Mio. Besuchern (+ 2%), gefolgt von Spanien (52 Mio.) und den USA mit etwa 45 Mio. Gästen. Ein überdurchschnittliches Wachstum von 7,9% auf 130 Mio. Reisende verzeichneten Asien und der Pazifikraum, die damit als Reiseregion erstmals Nord- und Südamerika übertreffen konnten. In China wuchs die Zahl der Touristen um 11%, in Japan um 10% und im Iran sogar um 17%.

Nach Einschätzung der WTO hat sich das Reiseverhalten weltweit verändert. Die Menschen verreisen kürzer, sie wählen näher gelegene Ziele und sind insgesamt kostenbewusster geworden. Immer mehr Touristen unternehmen zudem Reisen im eigenen Land.

Unter den Lieblingsreisezielen der Deutschen musste 2002 vor allem Spanien Einbußen hinnehmen. Knapp 8% geringer als 2001 fielen dort die Einnahmen von deutschen Urlaubern aus. Auch Frankreich und Österreich verdienten weniger an den Gästen aus der Bundesrepublik. Mehr Geld gaben diese dagegen in Italien, in Griechenland und der Türkei aus. Zuwächse gab es auch in Bulgarien und Kroatien, die wegen ihres relativ niedrigen Preisniveaus in der Gunst der deutschen Urlauber auch 2003 deutlich gewinnen.