Mobile Möbel

Wohnen und Design 2004:

Ins Esszimmer transportiert wird das Geschirr dann vielleicht mit einem rollbaren Container oder der Kommode mit Rollen und dem sprechenden Namen »Mobil«, entworfen von Antonio Citterio; der »Teewagen« aus den 1950er und 1960er Jahren lässt grüßen. Auch andere Möbel kommen auf Rollen daher, z. B. Mini-Büros für diejenigen, die gern mal im einen, mal im anderen Zimmer arbeiten.

Mobilität ohne Rollen bieten Möbel aus Papier, auf die sich der Designer Jan Armgardt spezialisiert hat. Seine Stücke – meist Unikate – bestehen aus einem biegesteifen Skelett aus Graupappe, das mit unzähligen Papierstreifen beklebt ist. Die Möbel sind extrem leicht, stabil und länger haltbar als gedacht: Zeigen sich Abnutzungserscheinungen, wird einfach eine weitere Lage Papier aufgeklebt.

Meist aus anderen Materialien sind die kleinen und leicht transportablen Hocker und Würfel gefertigt, die sich als variable Möbelstücke immer größerer Beliebtheit erfreuen: Man kann auf ihnen sitzen, etwas dauerhaft oder kurzfristig ablegen, auf jeden Fall einen Akzent setzen. Der Engländer Alex Garnett präsentiert in der Sonderausstellung »inspired by cologne« auf der Kölner Möbelmesse (die seit 2003 »imm cologne« heißt) einen Hocker aus Fiberglas namens »Funkey«, der in Rot, Weiß, Hellblau oder einer Wunschfarbe erhältlich ist. Aufschriften wie »Esc«, »Del« oder »Pause« zieren das Sitzelement, das an eine riesenhafte Computer-Taste denken lässt. Ebenso universell nutzbar ist der quadratisch-praktische Sitzwürfel »Villon« von Monetti: Mit rundum 40 cm Kantenlänge ist er in verschiedenen Farben und Bezügen erhältlich, besonders apart die Version aus Fell. Andere Hockermodelle gibt es in Loden, Leder, Wollfilz oder sogar Bronze. Nicht ganz so vielfältig verwendbar, aber leicht transportabel und vom Design ebenso originell ist der Barhocker »Diva« der Firma Elmar Flötotto aus durchgefärbtem Polyethylen in sechs fröhlichen Farben mit einer praktischen verchromten Fußstütze.