Figurbetonte Männermode

Mode 2005:

Die männliche Jugend bleibt modebewusst. Sakko-Anzüge, wie sie Hedi Slimane für Dior oder das Label Hugo (von Boss) vorschlagen, sind durch rasiermesserscharfe Schnitte extrem auf Figur gearbeitet und nur für knabenhafte Gestalten geeignet. Einen Hauch von Neo-Konservativismus bietet das Revival des klassischen schottischen Argyl-Musters, dessen Rauten nun jedoch in Pink oder Hellgrün sein dürfen. Die modische Jungenfrisur besteht aus strähnig frisiertem, gleich langem Deckhaar, das gerade über das Ohr geht und eine Gesichtshälfte ganz verdeckt. Sie heißt Bloc Head und ist nach Russel Lissack, dem Gitarristen der Gruppe Bloc Party, benannt.

Sportbekleidung wirkt im Schnitt selten neu, die Innovationen stecken in den Hightech-Materialien. Vielfach greift man alte, d. h. authentische Trainingsanzüge oder Skianoraks auf und redesigned sie in den leichten Allround-Textilien. Auch Joggingschuhe mit Kultstatus oder das Sneakermodell Superstar von Adidas, das 1970 auf den Markt kam, werden als Retrochic wieder herausgebracht. Sie werden als »old school« oder »Originals« in limitierter Auflage neu aufgelegt, wie erwähnter Superstar mit 700 Stück zum 35. Geburtstag am 1. April 2005. Auch steckt patentiertes Hightech in manchem Schuhwerk, wie in dem Adidas 1, dem ersten intelligenten Schuh, bei dem Sensoren und Mikrochips mit 5 Mio. Berechnungen pro Sekunde die Umgebung abtasten und sich darauf einstellen, die Dämpfung zu regeln.

In Sachen Mode dagegen exponiert sich neuerdings der Tennissport mit kleinen Schulterjäckchen oder knielangen Shirts (die wie ein enges Stretchkleid wirken) über dreiviertellangen Hosen – beides für Männer. Ganz abgesehen von den tief dekolletierten, farbigen Tank-Tops mancher Tennisspielerin. Insgesamt ist das Modeinteresse in Deutschland keineswegs überwältigend, nur durch die Globalisierung der großen Modemarken wird ein Gewinn erzielt.

Chroniknet