Leichte Besserung bei Pisa

Bildung 2005:

Neue Pisa-Ergebnisse beschäftigen die Öffentlichkeit auch im Jahr 2005: Im Dezember 2004 werden die Zahlen aus der zweiten Runde des internationalen Leistungsvergleichs 15-jähriger Schüler veröffentlicht, im Juli und November 2005 erscheinen Daten zum nur in Deutschland vorgenommenen Bundesländervergleich.

Bei dieser zweiten Pisa-Runde wurden 2003 die Leistungen in 41 Ländern getestet. Der Schwerpunkt lag im Bereich Mathematik; weitere Tests bezogen sich auf die Lesekompetenz, die Kenntnisse im Bereich Naturwissenschaften und das Problemlösen. In Deutschland nahmen 5000 Schüler an 200 Schulen teil. Hinzu kam ein innerdeutscher Bundesländervergleich mit 44 580 Teilnehmern an 1487 Schulen.

Die Ergebnisse der internationalen Studie werden in Deutschland mit Erleichterung aufgenommen: Gegenüber der ersten Testrunde hat sich das Land ein wenig verbessert. In Mathematik, Lesekompetenz und Naturwissenschaften bewegen sich die deutschen Ergebnisse nun im OECD-Durchschnitt, beim Problemlösen sind die deutschen Schüler sogar besser. Ihre Plätze unter 29 OECD-Staaten: im Lesen Rang 19, in Mathematik 16, in den Naturwissenschaften 15 und beim Problemlösen Platz 13. Die Spitzenposition belegt wie bei der ersten Pisa-Runde Finnland.

Beim Bundesländervergleich ergibt sich folgendes Bild: Spitzenreiter ist wie bei der ersten Runde im Jahr 2000 Bayern, das in allen vier Testbereichen auf Platz eins kommt. Sachsen schiebt sich auf Platz zwei und rangiert nun vor Baden-Württemberg. Berlin und Hamburg, die 2000 wegen zu geringer Teilnahme disqualifiziert worden waren, bewegen sich im unteren Drittel.

Bei allen Bundesländern, die schon 2000 dabei waren, konstatieren die Auswerter Verbesserungen. Ein weiterer Befund: Die Schere zwischen Ost und West hat sich ein wenig geschlossen. So verzeichnet Sachsen-Anhalt unter allen Ländern die größten Lernfortschritte.

Doch es bleiben auch Schattenseiten. Weiterhin bestehen extreme Leistungsunterschiede zwischen guten und schlechten Schülern. 22% der in Deutschland getesteten 15-Jährigen sind sog. Risikoschüler, die höchstens die erste Kompetenzstufe erreichen. Außerdem betreffen die Verbesserungen vor allem die Gymnasien, während an der Hauptschule alles beim Alten geblieben ist.

Chroniknet