Einst Schlachtfeld, nun Urlaubsland

Urlaub und Freizeit 2006:

Tourismus ist ein lohnendes Geschäft: Diese Binsenweisheit ist überall auf der Welt bekannt und lässt immer mehr Länder um Besucher werben, darunter auch solche, die noch vor wenigen Jahren als Schauplatz von Krieg, Not und Verbrechen Schlagzeilen machten. So möchte Bosnien-Herzegowina sich einen Platz auf der touristischen Landkarte erobern und lockt mit viel Gastfreundschaft und Kulturzielen wie dem allerdings noch vom Bürgerkrieg gezeichneten Mostar und der einstigen Olympiastadt Sarajevo. Der Jemen fürchtet dagegen, dass die jüngsten Entführungsfälle aus dem Jahr 2005 das gerade wieder in Schwung gekommene Tourismusgeschäft schädigen könnten. Ganz im Trend liegen die Staaten, in denen vor über 30 Jahren der Vietnamkrieg tobte: Laos, Kambodscha und Vietnam profitieren auch von ihrer verbesserten touristischen Infrastruktur.

Die Volksrepublik China, die sich lange weitgehend abschottete, gilt mit ihrer Landschaftsvielfalt und den zahlreichen kulturellen Stätten als das touristische Boomland der nächsten Jahre. Osttimor ist 2006 zum ersten Mal mit einem eigenen Stand auf der Internationalen Tourismusbörse ITB in Berlin vertreten, und auch Ruanda, Angola oder Afghanistan bemühen sich um mehr ausländische Gäste. Zumindest im Fall von Afghanistan rät allerdings das Auswärtige Amt aus Sicherheitsgründen von einer Reise ab.

Eher zu viel Wert auf Sicherheit legen die USA. Die strengen Einreisekontrollen haben ihrem Image als Reiseland geschadet, konstatieren die Aussteller auf der US-Reisemesse Pow Wow in Orlando (Florida), obgleich weiterhin ein stetiges Anwachsen des Besucherstroms verzeichnet wird. Im Vergleich zu anderen Ländern fällt der Zuwachs aber geringer aus. Nach Angaben des Tourismusverbandes TIA lag der Anteil der USA am gesamten Reiseaufkommen weltweit Mitte der 1990er Jahre bei 9% und sank seither auf etwa 6% ab.

Chroniknet