Sanierungsstau beim Schienennetz

Verkehr 2006:

Die Bahn kann 2006 mehrere ihrer Prestigeprojekte vollenden, darunter den Hauptbahnhof in Berlin und die Hochgeschwindigkeitstrasse zwischen München und Nürnberg. Die für Geschwindigkeiten bis zu 330 km/h ausgelegte Strecke wird am 13. Mai für den Verkehr freigegeben. Die Fahrzeit verkürzt sich durch die Neubaustrecke um rd. 30 Minuten. Allerdings hat die Beschleunigung einen hohen Preis. 3,6 Mrd. € hat das Projekt verschlungen – vorgesehen waren zunächst knapp 2 Mrd. €.

Nun fehlt das Geld an anderer Stelle. Viele Gleise, Brücken, Tunnel, Bahnhöfe und Züge sind veraltet, die Sanierung, in Zeiten der rot-grünen Bundesregierung in die Wege geleitet, kommt nur schleppend voran. Auf maroden Strecken darf deshalb nur langsam gefahren werden; dies sei an immer mehr Stellen der Fall, klagt das Netzwerk Privatbahnen, ein Zusammenschluss von privaten Bahngüter-Verkehrsunternehmen.

Der schlechte Zustand des Schienennetzes ist auch ein Grund dafür, dass die Verspätungen im Zugverkehr weiter zunehmen. 2005 erreichten 15% aller Fernzüge ihr Ziel nicht fahrplanmäßig, das bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs um einen Prozentpunkt.

Chroniknet