Geschwungene Hochhaustürme

Architektur 2007:

Sieht man von den rekordsüchtigen Golfstaaten ab, dann steht bei 2007 in Planung befindlichen Hochhausbauten eher die Form als die Höhe im Vordergrund. Die beiden je
250 m hohen, durch eine Brücke miteinander verbundenen und mit einer rautenförmigen tragenden Stahlhülle umgebenen Türme, die das Münchner Büro E+E architecture and urbandesign – hinter den Kürzeln verbergen sich Peter Ebner und Michael Eichner – für die Converse Bank in Moskau entworfen haben, erinnern die Architekturkritik in ihrer unregelmäßigen, aber straffen Gestalt an Muskelstränge. Auf den 200 000 m² Nutzfläche sollen neun Banken, eine Einkaufsmeile, ein Hotel und luxuriöse Wohnungen Platz finden. Der Bau, der direkt an der Moskwa stehen wird, verfügt über ein eigenes Kraftwerk. Baubeginn ist 2008.

E+E hat sich in einem Auswahlverfahren u.a. gegen den britischen Stararchitekten Lord Norman Foster durchsetzen können. Beim Wettbewerb für die neue Gazprom-Zentrale in Sankt Petersburg macht das britische Büro RMJM das Rennen. Sein Entwurf für das Hochhaus, das an der Newa in den Himmel ragen soll, erinnert an eine ins Überdimensionale aufgeblähte Gasflamme. Auch dieser Bau wird 2008 in Angriff genommen.

Bis 2012 soll im Pariser Geschäftsviertel »La Défense« ein Büroturm fertiggestellt sein, dessen Höhe mit 300 m zwar im internationalen Vergleich eher bescheiden ausfällt, aber immerhin fast an die des Eiffelturms (mit Antennenspitze 324 m) heranreicht. Der Architekt Thom Mayne, der 2005 den Pritzker-Preis erhielt, hat sich für einen asymmetrisch gewölbten, sich nach oben hin verjüngenden Schaft entschieden, der von einer ebenmäßigen Glashaut überzogen ist. Nur die Unterseite mit einer chaotisch anmutenden Säulenkonstruktion ist freigelegt.

Maynes Bau erntet nicht nur wegen der extravaganten Form viel Lob, sondern auch wegen des Energiekonzepts, das der US-Amerikaner umsetzen möchte. Eine Windkraftanlage auf dem Dach soll in mindestens fünf Monaten pro Jahr ohne weitere Stromzuspeisung für angenehme Temperaturen in dem Gebäude mit 130 000 m2 Nutzfläche sorgen, und eine doppelte Haut an der Südseite verhindert bei Sonne, dass sich der Bau zu sehr aufheizt.